Money, get away.
Ticketpreise
Am 18.07. geht´s zu U2 ins Berliner Olympiastadion. Die Vorfreude ist trotz des eher durchschnittlichen aktuellen Albums natürlich groß. Denn allein schon die Bühne in der Stadionmitte wird ein Ereignis sein, und die alten Gossenhauer zünden sowieso immer. Also lassen wir uns überraschen!
Überraschend ist auch die Tatsache, dass für dieses Konzert noch ganz regulär Karten erhältlich sind. Aber ist das wirklich so überraschend? Verglichen mit dem Zirkus, den man bei den vergangenen beiden Tourneen auf sich nehmen musste, um Tickets zu ergattern (Falsche Vorverkaufstermine, überfüllte Vorverkaufsstellen, zusammengebrochene Internetseiten, überlastete Hotlines,…), sicherlich. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage allerdings überhaupt nicht.
Wie kann eine Musikgruppe, die sich zumindest öffentlich permanent für soziale Gerechtigkeit stark macht und mehrfach zur reichsten Band der Welt erklärt wurde, bis zu 180 Euro pro Ticket verlangen?? In einer Zeit, in der viele Fans den Euro mindestens zweimal umdrehen müssen, erscheinen diese Konzertpreise wie eine Farce. Klar, es gibt auch günstigere Tickets – an die kommt man aber merkwürdigerweise nie heran. Die Stadien und Hallen sind trotz schwieriger Zeiten nach wie vor weitestgehend voll. Es gibt eben immer noch genügend Musikliebhaber mit entsprechend dickem Geldbeutel, die lassen sich das Live-Erlebnis auch etwas kosten. Konzerte sind heute die Haupteinnahmequelle des Musikgeschäfts, da werden die Portemonnaies der Fans ordentlich gemolken und alle Beteiligten wollen von diesem Stück „Konzertkuchen“ einen möglichst großen Teil abbekommen. Das Live-Angebot ist in der letzten Zeit auch stetig gewachsen.
Es schadet den vier Herren aus Irland demzufolge gar nicht, wenn ihre Karten mal teilweise liegenbleiben. Eigentlich sollte man konsequenterweise gar nicht hingehen. Das tun die meisten (mich eingeschlossen) natürlich nicht, sind U2 live doch bestimmt immer noch eine Macht. Die € 110, die ich für ein Ticket bezahlt habe, sind für ca. 2 Stunden Unterhaltung definitiv zu teuer. Aber wir (müssen) selektieren und lassen dafür zwei andere Konzerte sausen. Vielleicht macht sich das ja irgendwann bemerkbar und der Markt reguliert sich von selbst. Es wäre wünschenswert.


