Dream On
Pete Yorn
Back & Fourth
2009





Kann nicht mal jemand Pete Yorn liebevoll in den Allerwertesten treten? Der Amerikaner macht seit Jahren durchweg schöne, verträumte Alben, denen aber irgendetwas fehlt: Der allerletzte Kick, der zündende Funke, das Tüpfelchen auf dem „i“, so dass man die Platten in bleibender Erinnerung behält. Nicht verwunderlich daher die beispielhafte Konversation zweier Musikliebhaber, vor kurzem gehört im Plattenladen meines Vertrauens: „Eine neue von Pete Yorn? Cool! Äh, wie hieß die letzte Platte doch gleich? Und die erste? Die war auch ganz nett… hab sie aber schon lange nicht mehr gehört“. Ganz nett also – so wie fast alles vom Zottelkopf aus New Jersey.
Auch an „Back & Fourth“ gibt es grundsätzlich nicht viel auszusetzen, außer der etwas restriktiven Innovationsbereitschaft. Vielleicht ist das ja die Platte von Pete Yorn, die am längsten im Gedächtnis haften bleibt. Der Songwriter gibt sich in gewohnt zarten Arrangements seinen melancholischen Melodien hin und schwelgt mit Streichern, schönen Harmonien und zerbrechlichem Gesang durchs Repertoire. Erinnert stellenweise an Snow Patrol oder Coldplay, Songaufbau und Stimme sind nun einmal ähnlich angelegt. „Social Development Dance“ oder „Country“ treiben auf wunderbaren Wogen dahin, werden jedoch mit ziemlicher Sicherheit (warum auch immer) im Schatten von Ryan Adams oder Bright Eyes stehen. Pete Yorn liefert also wieder einmal ein solides Songwriter-Album ab und hält das Niveau durchgehend. Das ist doch schon mal was. Wir machen uns jetzt einen Reminder in den Kalender und fragen uns in einem halben Jahr, woran wir uns bei „Back & Fourth“ noch erinnern können. „Thinking Of You“ und “Long Time” müssten eigentlich dabei sein.


