Shut Your Eyes, Open Your Ears

Tired Pony

The Place We Ran From

2010 (Cooperative/Universal)

★★★★☆

Snow Patrol-Sänger Gary Lightbody, R.E.M.-Gitarrist Peter Buck und Belle & Sebastian-Drummer Richard Colburn gemeinsam in einer Band?? Tired Pony existierte zunächst als Fantasie in Gary Lightbody’s Gedankenwelt, als er während kurzer Konzertpausen der letzten Snow Patrol-Tour damit begann, Songs für diese imaginäre Band zu schreiben.

Im Januar 2010 fand sich die All Star-Formation dann tatsächlich in Portland’s Type Foundry Studio zusammen, doch damit nicht genug: Mit Editors-Frontmann Tom Smith, M. Ward und Zooey Deschanel (beide She & Him) bereicherten weitere namhafte Gäste den illustren Kreis. Gary zur Idee des Albums: “It’s inspired by my love of Wilco, Calexico, Lambchop, Palace, Smog, these bands that look at the darkness in America. I wanted to write a twisted love-letter to the States.”

Nun wird diese Platte unterschiedlich aufgenommen: Während die britische Presse den Songs überwiegend mangelnde Kreativität vorwirft, reagiert die Fachwelt hierzulande deutlich gnädiger. Nach mehrmaligem Hören schließe ich mich uneingeschränkt dem positiven Feedback an, denn neben Lightbodys hymnischen großen Gesten finden sich auf The Place We Ran From auch reduzierte Americana-Ansätze, bei denen Herz und Sonne aufgehen. Das fragile Duett “Get On The Road” (mit einer zauberhaften Zooey Deschanel) überzeugt dabei ebenso wie “Dead American Winters” oder “I Am The Landslide”. Fans der Editors werden zudem das von Tom Smith ergreifend gesungene “The Good Book” lieben.

Nein, das klingt mitnichten ideenlos und routiniert, und wer sich auf diese ungewöhnlich spannende Kollaboration einlässt, wird das auch ziemlich schnell selbst feststellen. Bemerkenswert: Die Platte wurde binnen einer Woche in nur wenigen Takes aufgenommen.

[Tired Pony Home]

Småstad 31. Juli 2010 Reviews Ein Kommentar Trackback URI Kommentare RSS

Ein Kommentar zu “Shut Your Eyes, Open Your Ears”

  1. SomeVapourTrailsam 31. Juli 2010 um 19:56 Link zum Kommentar

    Mal wirklich ne Soupergroup, die überzeugt. Starkes Album, mangelnde Kreativität hör ich keine Sekunde lang.

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